Irgendwann kommt der Moment, an dem man den Gefrierschrank öffnet und merkt: Da ist kaum noch Platz. Nicht weil er zu voll ist, sondern weil die Eisschicht an den Wänden zentimeterweise gewachsen ist. Viele schieben das Abtauen dann noch ein bisschen weiter auf – bis es wirklich nicht mehr geht. Dabei ist der Vorgang selbst gar nicht so aufwendig, wie er sich im Kopf anfühlt.
Diese Anleitung führt durch alle Schritte – von der Vorbereitung bis zum Wiedereinschalten.
Vorbereitung: Was man vorher klären sollte
Bevor man den Stecker zieht, lohnt es sich, kurz nachzudenken. Wo kommen die Lebensmittel hin? Wie lange soll das Ganze dauern? Und was braucht man an Utensilien?
Für die Lebensmittel gilt: Kühltasche oder Kühlbox sind die bequemste Lösung, wenn der Kühlschrank nebenan nicht genug Platz bietet. Zeitungspapier um die Pakete gewickelt hält die Kälte für eine Weile überraschend gut. Wer das Abtauen bewusst plant, räumt in den Tagen vorher einfach mehr auf – dann ist der Inhalt ohnehin überschaubar, wenn es losgeht.
An Utensilien reichen in der Regel: ein paar alte Handtücher, eine flache Schüssel oder Auffangwanne, ein stumpfer Kunststoffschaber und etwas Geduld.
Der Ablauf Schritt für Schritt
Stecker ziehen oder Gerät ausschalten. Das ist der erste und wichtigste Schritt. Den Gefrierschrank bei laufendem Betrieb abtauen zu wollen klingt verlockend, ist aber aus mehreren Gründen keine gute Idee – dazu mehr in einem eigenen Artikel über das Abtauen ohne Ausschalten.
Lebensmittel entnehmen. Alles raus, was drin ist. Dabei ruhig kurz sortieren – was ist noch gut, was sollte sowieso weg?
Türen offen lassen, Handtücher auslegen. Das Eis beginnt von alleine zu tauen. Unter die Tür und rund um das Gerät Handtücher legen, damit das Tauwasser nicht auf dem Boden landet. Eine flache Schüssel direkt auf dem Boden des Gefrierfachs fängt größere Mengen auf.
Warten – oder nachhelfen. Bei einer dünnen Eisschicht reicht es oft, einfach die Tür offen zu lassen. Wer schneller fertig sein will, stellt eine Schüssel mit heißem Wasser ins Gefrierfach und schließt die Tür für 10 bis 15 Minuten. Der entstehende Dampf löst das Eis deutlich schneller. Mehr dazu im Artikel über schnelle Abtaumethoden.
Eisplatten lösen. Sobald sich das Eis vom Rand zu lösen beginnt, kann man vorsichtig mit einem Kunststoffschaber nachhelfen. Kein Messer, kein Schraubenzieher, nichts Spitzes – die Innenwände und Kühlschlangen sind empfindlicher als sie aussehen.
Wasser entfernen und trockenwischen. Wenn das gesamte Eis abgetaut ist, das Innere mit einem Tuch trockenwischen. Stehendes Wasser beschleunigt die erneute Vereisung.
Reinigung – ein Schritt den viele auslassen
Das Abtauen ist eine gute Gelegenheit, den Innenraum auch wirklich sauber zu machen. Essig und Wasser im Verhältnis 1:1 auf ein Tuch – damit lassen sich Gerüche und Rückstände gut entfernen. Wer möchte, kann anschließend mit einem trockenen Tuch nachwischen. Details dazu stehen im Artikel über das Reinigen nach dem Abtauen.
Wieder einschalten – aber nicht sofort einräumen
Bevor der Stecker wieder in die Steckdose kommt: alles trocken? Dann einschalten und dem Gerät etwa 20 bis 30 Minuten Zeit geben, die Betriebstemperatur zu erreichen. Wer sofort wieder einräumt, bremst die Kühlung und erzeugt unnötig schnell neue Eisbildung.
Die richtige Temperatur für einen Gefrierschrank liegt bei minus 18 Grad – das ist der Wert, auf den die meisten Geräte werkseitig eingestellt sind und der für die meisten Lebensmittel ausreicht.
Wie oft ist eigentlich nötig?
Eine Faustregel lautet: abtauen, wenn die Eisschicht etwa einen Zentimeter dick ist. Bei vielen Geräten und normaler Nutzung ist das ein- bis zweimal im Jahr. Wer den Schrank häufig öffnet oder warme Lebensmittel einfriert, wird öfter dran sein. Mehr dazu im Artikel zur Häufigkeit beim Abtauen.
Ein Punkt, der dabei oft übersehen wird: Eine dicke Eisschicht ist nicht nur lästig, weil sie Platz wegnimmt. Sie wirkt wie eine Isolierschicht zwischen den Kühlschlangen und dem Innenraum – das Gerät muss mehr arbeiten, um dieselbe Temperatur zu halten. Das schlägt sich direkt im Stromverbrauch nieder.
Was man beim nächsten Mal besser machen kann
Nach dem Abtauen ist vor dem Abtauen. Ein paar Kleinigkeiten helfen, dass es bis zur nächsten Runde länger dauert: Lebensmittel vor dem Einfrieren abkühlen lassen, die Tür nicht länger offen lassen als nötig, und darauf achten, dass die Türdichtung sauber und intakt ist. Eine beschädigte Dichtung lässt ständig warme Luft ein – das Eis bildet sich dann schneller als normal.
