Eine Gefriertruhe hat gegenüber einem Gefrierschrank einen entscheidenden Nachteil, wenn es ums Abtauen geht: Das Tauwasser läuft nicht einfach nach unten ab. Es sammelt sich am Boden der Truhe und muss von dort irgendwie raus. Wer das zum ersten Mal macht, steht oft unvorbereitet vor einer Lache auf dem Küchenboden.
Das muss nicht sein – wenn man vorher weiß, worauf es ankommt.
Was bei der Gefriertruhe anders ist
Der grundsätzliche Ablauf ähnelt dem beim Gefrierschrank: ausschalten, Inhalt entnehmen, Eis tauen lassen, reinigen, wieder einschalten. Aber ein paar Punkte sind bei der Truhe spezifisch genug, um sie gesondert zu erwähnen.
Das Volumen ist meist größer. Wer eine 200- oder 300-Liter-Truhe hat, steht beim Abtauen vor einer echten Logistikaufgabe – wohin mit all dem Tiefkühlgut? Eine Kühlbox reicht da selten aus. Oft hilft es, das Abtauen auf einen Tag zu legen, an dem der Kühlschrank halbwegs leer ist, oder einen Teil des Inhalts im Winter kurzzeitig in einem unbeheizten Raum oder auf dem Balkon zu lagern.
Außerdem sitzt bei einer Truhe das Eis nicht nur an den Seitenwänden, sondern auch am Boden und oft in den Ecken – also genau dort, wo man schlecht drankommt.
Schritt für Schritt
Stecker ziehen. Immer zuerst. Kein Abtauen bei laufendem Betrieb.
Inhalt entnehmen und zwischenlagern. Lebensmittel in Kühltaschen, Kühlboxen oder – bei kühler Außentemperatur – kurzfristig draußen lagern. Zeitungspapier um die Pakete wickeln verlangsamt das Auftauen deutlich, wenn man keine Kühlbox zur Hand hat.
Handtücher in die Truhe legen. Alte Handtücher oder gefaltete Zeitungen auf den Truhenboden legen, bevor das Eis zu schmelzen beginnt. Das spart später viel Wischarbeit.
Deckel offen lassen und warten. Bei einer dünnen Eisschicht reicht das Offenlassen oft schon. Wer es etwas schneller möchte, kann eine Schüssel mit heißem Wasser auf den Boden der Truhe stellen und den Deckel für ein paar Minuten schließen – der Dampf wirkt gut. Einen Föhn in einer Gefriertruhe einzusetzen ist wegen der beengten Verhältnisse und des stehenden Wassers am Boden problematischer als beim Gefrierschrank; das sollte man eher vermeiden.
Eis lösen. Sobald sich Eisplatten vom Rand ablösen, kann man mit einem stumpfen Kunststoffschaber nachhelfen. Vor allem in den Ecken und am Boden sammeln sich oft hartnäckige Reste. Nichts Spitzes verwenden – Kratzer in der Innenbeschichtung sind schwer zu reparieren und können langfristig Probleme verursachen.
Wasser entfernen. Das ist der Schritt, der bei der Truhe am meisten Aufwand macht. Größere Wassermengen lassen sich mit einem Schwamm oder einem kleinen Handtuch aufnehmen. Manche Truhen haben einen Ablassstopfen am Boden – lohnt sich nachzuschauen, das spart erheblich Zeit.
Trockenwischen und reinigen. Vor dem Wiedereinschalten die Innenwände und den Boden trockenwischen. Wer möchte, kann kurz mit einem Essig-Wasser-Gemisch nachwischen, um Gerüche und Rückstände zu entfernen.
Wiedereinschalten und warten. Deckel zu, Stecker rein – aber noch 20 bis 30 Minuten warten, bevor der Inhalt wieder eingeräumt wird. Die Truhe braucht etwas Zeit, um die Betriebstemperatur von minus 18 Grad zu erreichen.
Wie oft muss man eine Gefriertruhe abtauen?
Grundsätzlich gilt dieselbe Faustregel wie beim Gefrierschrank: wenn die Eisschicht etwa einen Zentimeter dick ist. Bei einer Truhe, die nicht allzu oft geöffnet wird – was bei Truhen häufiger der Fall ist als bei Schrankgeräten – kann das durchaus länger als ein Jahr dauern. Manche Truhenbesitzer kommen mit einmal im Jahr gut hin.
Ein Ablassstopfen, falls vorhanden, macht die Sache merklich einfacher. Es lohnt sich, vor dem ersten Abtauen in der Bedienungsanleitung nachzuschauen, wo er sitzt und ob ein Schlauch mitgeliefert wurde.
Der Unterschied im Alltag
Wer zwischen Gefriertruhe und Gefrierschrank vergleicht, wird feststellen: Das Abtauen der Truhe ist meistens etwas zeitaufwendiger, aber nicht schwieriger. Der größte Unterschied ist das Tauwasser – und das lässt sich mit etwas Vorbereitung gut in den Griff bekommen. Wer neugierig ist, welcher Gerätetyp insgesamt mehr Arbeit macht, findet dazu einen direkten Vergleich zwischen Gefriertruhe und Gefrierschrank.
