Die Türdichtung ist eines der unauffälligsten Teile am Gefrierschrank – und gleichzeitig eines der wichtigsten. Solange sie einwandfrei dichtet, denkt niemand daran. Sobald sie anfängt, Probleme zu machen, merkt man es meistens zu spät: Die Vereisung nimmt zu, das Gerät läuft häufiger, der Stromverbrauch steigt. Manchmal tropft Kondenswasser außen an der Tür – ein deutliches Zeichen, dass die Dichtung nicht mehr richtig schließt.
Dabei lässt sich die Lebensdauer einer Gummidichtung mit sehr wenig Aufwand erheblich verlängern.
Warum Dichtungen vorzeitig altern
Das Material der Dichtung – in der Regel ein weicher Gummi oder Elastomer – verträgt keine Fette, keine aggressiven Reinigungsmittel und keine starke Hitze. Alltagsprodukte wie Spülmittelkonzentrat, Allzweckreiniger oder Sprühdesinfektionsmittel greifen das Material über Zeit an: es wird spröde, rissig, verliert die Elastizität.
Auch häufiges Auf- und Zuschlagen der Tür beschleunigt den Verschleiß – die Dichtung wird dabei immer wieder gequetscht und verformt. Und feuchtes Eis, das sich direkt an der Dichtung bildet und dann gewaltsam herausgebrochen wird, kann zu kleinen Rissen führen, die sich über Zeit vergrößern.
Richtig reinigen
Die Dichtung regelmäßig reinigen – am besten beim Abtauen, wenn man ohnehin am Gerät ist. Ein weiches Tuch mit lauwarmem Wasser und einem kleinen Schuss Essig oder etwas Natronlösung reicht vollständig aus. Damit kommt man auch in die Falten und Rillen der Dichtung, in denen sich Feuchtigkeit und Schmutz gern festsetzen.
Eine alte Zahnbürste ist praktisch, um die tiefen Rillen zu erreichen. Nach der Reinigung trockenwischen – stehendes Wasser in den Falten beschleunigt das Ausgasen des Gummis.
Einreiben und geschmeidig halten
Ein Tipp, der in vielen Haushalten in Vergessenheit geraten ist: Die Dichtung gelegentlich mit einem kleinen Klecks Vaseline oder einem speziellen Gummipflegemittel einreiben. Das hält das Material geschmeidig, verhindert das Austrocknen und sorgt dafür, dass die Dichtung auch nach Jahren noch gleichmäßig anliegt.
Nicht übertreiben – eine dünne Schicht reicht, und man reibt sie sanft ein. Einmal im Jahr oder nach jeder gründlichen Reinigung ist vollkommen ausreichend.
Wann ein Austausch sinnvoll wird
Wenn die Dichtung sichtbare Risse oder Verformungen hat, sich an einzelnen Stellen dauerhaft vom Rahmen gelöst hat oder der Papiertest eindeutig negativ ausfällt – Blatt Papier einklemmen, Tür schließen, Papier herausziehen: wenn es ohne Widerstand gleitet, dichtet die Dichtung dort nicht mehr – dann ist ein Austausch die sinnvollere Option als weiteres Flicken.
Dichtungen sind Verschleißteile. Bei einem älteren Gerät, das ansonsten noch gut funktioniert, lohnt sich der Austausch fast immer – er ist günstiger als ein neues Gerät und behebt in vielen Fällen sowohl das Vereisungsproblem als auch den erhöhten Stromverbrauch auf einen Schlag.
Neue Dichtungen gibt es beim Hersteller oder über den Fachhandel, meistens unter Angabe der Gerätebezeichnung. Das Einsetzen lässt sich in den meisten Fällen ohne Werkzeug selbst erledigen – die Dichtung wird schlicht in die Nut gedrückt.
Wer bemerkt, dass die Gefrierschranktür trotz intakter Dichtung nicht richtig schließt, findet mögliche Ursachen im Artikel über die Gefrierschranktür, die nicht richtig schließt.
