Man öffnet den Gefrierschrank und der Geruch schlägt einem sofort entgegen. Fischig, intensiv, hartnäckig – auch wenn der Fisch schon längst weg ist. Das ist einer jener Gefrierschrank-Gerüche, der sich besonders schwer ignorieren lässt und den viele kennen, ohne genau zu wissen, woher er kommt oder wie man ihn wirklich loswird.
Woher der Geruch kommt
Fisch enthält Trimethylamin und andere flüchtige Verbindungen, die einen charakteristisch intensiven Geruch erzeugen. Was dabei viele nicht wissen: Diese Geruchsmoleküle setzen sich in porösen Oberflächen fest – und die Innenwände eines Gefrierschranks aus Kunststoff sind genau das: leicht porös. Das bedeutet, dass der Geruch nicht einfach mit dem Fisch verschwindet, sondern sich über Zeit regelrecht in das Material eingräbt.
Besonders problematisch ist schlecht verpackter Fisch. Ein Tiefkühlbeutel, der nicht vollständig verschlossen ist, oder ein Behälter ohne Deckel gibt kontinuierlich Geruchsmoleküle ab – auch bei Minusgraden, wenn auch in geringerem Maß als bei Zimmertemperatur. Über Wochen oder Monate summiert sich das.
Was nicht wirklich hilft
Kurzes Auswischen mit einem feuchten Tuch beseitigt den Geruch nicht. Das Eis drumherum wegzuräumen auch nicht. Selbst ein normales Abtauen ohne gründliche Reinigung reicht oft nicht aus, wenn der Geruch sich bereits ins Material gesetzt hat.
Auch Duftsprays oder starke Reinigungsmittel mit eigenem Geruch sind keine echte Lösung – sie überdecken den Fischgeruch bestenfalls für kurze Zeit, lösen das Problem aber nicht.
Was wirklich hilft
Gründliches Abtauen und Reinigen. Wenn der Geruch hartnäckig ist, führt kein Weg daran vorbei: komplett abtauen, alle Schubladen und Roste herausnehmen, alles separat reinigen. Für die Innenwände Natronlösung verwenden – Natron neutralisiert Gerüche chemisch, anstatt sie nur zu überdecken. Zwei bis drei Esslöffel Natron in einem Liter warmem Wasser auflösen, damit die Oberflächen abwischen und einige Minuten einwirken lassen.
Essig. Verdünnter Essig wirkt ähnlich – er zersetzt die geruchstragenden Verbindungen. Nach dem Abwischen mit Essigwasser mit klarem Wasser nachwischen, damit kein Essiggeruch bleibt.
Kaffeesatz oder Aktivkohle. Beides bindet Gerüche effektiv. Eine kleine offene Schüssel mit Kaffeesatz oder Aktivkohlegranulat für ein bis zwei Tage ins geruchsneutral gereinigte und wieder eingeschaltete Gerät stellen. Das zieht verbliebene Restgerüche aus der Luft und aus der Oberfläche.
Zeolith-Granulat. Weniger bekannt, aber sehr wirksam: Zeolith ist ein natürliches Mineral mit außergewöhnlicher Geruchsbindungsfähigkeit. Im Handel erhältlich als Kühlschrankentfrischer, hält es den Innenraum langfristig geruchsarm.
Wie man es beim nächsten Mal vermeidet
Fisch immer doppelt verpacken – einmal in der Originalverpackung, dann in einem zusätzlichen verschlossenen Gefrierbeutel. Das hält die Geruchsmoleküle zuverlässig im Inneren. Wer regelmäßig Fisch einfriert, legt den Fisch am besten in einen separaten, verschließbaren Behälter innerhalb des Gefrierschranks.
Wer feststellt, dass der Geruch trotz sorgfältiger Reinigung immer wieder zurückkommt, sollte auch die Türdichtung prüfen – dort setzen sich Gerüche ebenfalls fest, werden aber selten gründlich gereinigt. Der Geruch nach dem Abtauen im Allgemeinen ist ein verwandtes, aber eigenständiges Thema – dazu mehr im Artikel über Gerüche nach dem Abtauen.
