Gefrierschrank stinkt nach dem Abtauen – Ursachen und was wirklich hilft

Man taut ab, wischt aus, steckt den Stecker wieder rein – und dann riecht der Gefrierschrank merkwürdig. Nicht nach Eis, nicht frisch, sondern irgendwie muffig, säuerlich oder nach nichts Gutem. Das passiert öfter als man denkt, und die Ursache ist meistens nicht das, was man zuerst vermutet.

Woher der Geruch kommt

Während das Eis taut, wird alles flüssig, was sich über Monate darunter und dahinter angesammelt hat. Kleine Lebensmittelreste, die irgendwann hinter ein Schubfach gerutscht sind. Tauwasser, das Rückstände aus dem Inneren mit sich zieht. Eine Flüssigkeit, die irgendwann mal aus einem Behälter gelaufen ist und eingefroren wurde, bevor man es gemerkt hat.

All das taut beim Abtauen zusammen auf – und das Ergebnis kann unangenehm riechen. Der Geruch selbst ist oft kein Zeichen, dass irgendetwas grundsätzlich falsch ist. Er ist schlicht das Produkt eines Innenraums, der Monate lang eingefroren war und jetzt auf einmal aufgetaut alles preisgibt.

Wenn die Reinigung nicht gründlich genug war

Der häufigste Grund für anhaltenden Geruch nach dem Abtauen ist eine Reinigung, die nicht tief genug gegangen ist. Mit einem feuchten Tuch kurz über die Innenwände zu wischen reicht in vielen Fällen nicht aus – besonders wenn Rückstände unter Schubladen, in Ecken oder hinter dem Abtaukanal sitzen.

Essig und Wasser im Verhältnis 1:1 ist hier nach wie vor eine der wirksamsten und günstigsten Optionen. Den Innenraum damit gründlich auswischen, dabei Schubladen, Roste und Einteilungen herausnehmen und separat reinigen. Danach mit klarem Wasser nachwischen und alles gut trocknen lassen.

Backpulver oder Natron, in Wasser aufgelöst, wirkt ähnlich geruchsneutral und ist besonders für Kunststoffoberflächen schonend.

Der Abtaukanal – den vergessen viele

In vielen Gefrierschränken gibt es einen kleinen Ablauf oder Kanal, über den das Tauwasser während des normalen Betriebs abgeleitet wird. Dieser Kanal ist eine der häufigsten Quellen für hartnäckigen Geruch – und er wird beim Reinigen fast immer übersehen, weil man ihn gar nicht sieht.

Wer nach dem Abtauen einen Geruch hat, der sich trotz Reinigung hält, sollte diesen Ablauf suchen und prüfen, ob er verschmutzt oder verstopft ist. Ein mit warmem Wasser angefeuchtetes Stäbchen oder ein kleiner Pfeifenreiniger helfen dabei, den Kanal zu säubern.

Was danach noch helfen kann

Wenn der Geruch nach der Reinigung zwar schwächer, aber noch spürbar ist, helfen ein paar einfache Mittel beim Neutralisieren. Eine kleine Schale mit Kaffeesatz oder aktivem Kohle-Granulat in das Gefrierfach stellen – nach dem Wiedereinschalten für ein bis zwei Tage drin lassen. Beide Mittel binden Gerüche effektiv, ohne selbst stark zu riechen oder Lebensmittel zu beeinflussen.

Zitronensaft, mit einem Tuch auf die Innenwände aufgetragen und dann trocknen gelassen, hinterlässt einen neutralen, frischen Eindruck – wobei der Effekt eher kurzfristig ist.

Ein Geruch der bleibt

Wenn der Geruch sich nach gründlicher Reinigung hartnäckig hält und auch nach ein paar Tagen Betrieb noch da ist, kann es sein, dass er nicht aus dem Innenraum kommt, sondern aus der Dichtung. Türdichtungen aus Gummi nehmen Gerüche auf und geben sie wieder ab. Die Dichtung mit einer Zahnbürste und Essigwasser gründlich reinigen – auch in den Falten und Rillen.

Ein Geruch, der speziell nach Fisch riecht und nichts mit dem Abtauen zu tun hat, ist ein anderes Thema – das behandelt der Artikel über den anhaltenden Fischgeruch im Gefrierschrank gesondert.

Wer den Geruch von Anfang an vermeiden möchte, sollte beim nächsten Abtauen direkt gründlicher reinigen – alle Details dazu stehen im Artikel über die Reinigung nach dem Abtauen.