Das ist oft die erste Frage, die sich stellt, wenn man beschlossen hat, den Gefrierschrank endlich abzutauen: Was mache ich jetzt mit dem ganzen Tiefkühlzeug? Der Schrank ist vielleicht halbwegs voll, das Abtauen dauert eine Weile – und man möchte nicht riskieren, dass irgendetwas antaut oder schlecht wird.
Die gute Nachricht: Mit ein bisschen Vorbereitung ist das kein Problem.
Wie lange darf Tiefkühlgut ungekühlt liegen?
Bevor es zu den Lösungen geht, lohnt sich ein kurzer Realitätscheck. Tiefkühlkost taut nicht sofort auf, sobald sie aus dem Gefrierschrank kommt. Gut verpackte Produkte halten ihre Kerntemperatur bei normaler Raumtemperatur oft deutlich länger als man denkt – je nach Größe und Verpackung kann es eine bis mehrere Stunden dauern, bis das Innere wirklich auftaut.
Das bedeutet: Wenn das Abtauen zügig geht und man die Lebensmittel vernünftig lagert, ist das Risiko überschaubar. Panik ist nicht angebracht – aber sorglos sollte man trotzdem nicht sein.
Der Kühlschrank als erste Anlaufstelle
Wenn genug Platz im normalen Kühlschrank vorhanden ist, ist das die einfachste Lösung. Die Temperatur dort reicht aus, um die meisten Tiefkühlprodukte für ein paar Stunden stabil zu halten. Fleisch, Fisch und Fertiggerichte kommen am besten ins kälteste Fach – üblicherweise das unterste.
Wichtig dabei: Was im Kühlschrank angetaut wird, sollte nicht einfach wieder eingefroren werden, ohne vorher verarbeitet oder zumindest richtig durchgekühlt zu sein. Das gilt besonders für Fleisch und Fisch.
Kühltasche oder Kühlbox
Wer keinen Platz im Kühlschrank hat oder besonders viel Tiefkühlgut lagern muss, greift am besten zu einer Kühlbox oder einer gut isolierten Kühltasche. Mit Kühlakkus bestückt halten diese die Temperatur für mehrere Stunden auf einem brauchbaren Niveau.
Eine normale Kühltasche ohne Akkus reicht ebenfalls – sie verlangsamt das Auftauen, verhindert es aber nicht dauerhaft. Wer nur eine oder zwei Stunden braucht, kommt damit gut aus. Wer mehr Zeit einplant, sollte zumindest ein paar Kühlakkus aus dem Gefrierschrank mitnehmen, bevor er ausschaltet – die sind ohnehin gefroren und kosten nichts extra.
Mehr zur Frage, welche Lösung beim Abtauen besser geeignet ist, steht im Artikel über Kühlbox oder Kühltasche beim Abtauen.
Der Zeitungspapier-Trick
Eine alte Methode, die überraschend gut funktioniert: Tiefkühlpakete einzeln in mehrere Lagen Zeitungspapier einwickeln. Das Papier isoliert gut und verlangsamt das Auftauen merklich. Kein Hightech, aber effektiv – besonders wenn man ohnehin keine Kühlbox zur Hand hat.
Wer im Winter abtaut, kann einzelne Pakete auch kurzzeitig auf dem Balkon oder im Keller lagern, sofern es dort kalt genug ist. Unter null Grad ist ideal, aber auch fünf bis acht Grad Außentemperatur reichen für eine überschaubare Zeit aus.
Den richtigen Zeitpunkt wählen
Eine oft unterschätzte Möglichkeit: das Abtauen so planen, dass der Gefrierschrank vorher möglichst leer ist. Wer in den Wochen davor bewusst Vorräte aufbraucht, steht beim eigentlichen Abtauen vor einem deutlich entspannteren Problem. Statt einem vollen Schrank muss man dann vielleicht nur noch eine Handvoll Pakete unterbringen.
Das klingt banal, ist aber der einfachste Weg, das ganze Thema zu entschärfen.
Was danach zu beachten ist
Lebensmittel, die während des Abtauens leicht angetaut sind, können problemlos wieder eingefroren werden – solange sie noch kalt sind und ihre Konsistenz nicht wesentlich verändert hat. Bei Fleisch und Fisch ist etwas mehr Vorsicht geboten: Wer unsicher ist, ob das Produkt zu weit aufgetaut ist, sollte es lieber zeitnah zubereiten statt wieder einzufrieren. Mehr dazu im Artikel über das Wiedereinfrieren von aufgetautem Fleisch.
Der Aufwand rund um die Lebensmittel ist beim Abtauen meistens der größte Organisationsposten – aber mit ein bisschen Planung lässt er sich gut in den Griff bekommen.
