Welche Temperatur ist die richtige für den Gefrierschrank?

Minus 18 Grad – dieser Wert taucht in nahezu jeder Bedienungsanleitung auf und ist inzwischen so verbreitet, dass er fast wie eine Naturkonstante wirkt. Aber was steckt dahinter, und wann ist es sinnvoll, davon abzuweichen?

Warum minus 18 Grad der Standard ist

Der Wert ist nicht willkürlich gewählt. Bei minus 18 Grad Celsius werden die meisten mikrobiellen Prozesse, die zur Verderb von Lebensmitteln führen, so weit verlangsamt, dass Tiefkühlkost über Monate oder Jahre haltbar bleibt. Die EU hat minus 18 Grad als Mindesttemperatur für die Lagerung tiefgefrorener Lebensmittel festgelegt – Hersteller und Handel müssen diese Vorgabe einhalten.

Für den privaten Haushalt ist minus 18 Grad damit der empfohlene Ausgangswert. Die meisten Geräte sind ab Werk auf diesen Wert eingestellt oder lassen sich leicht darauf einstellen.

Was kälter eingestellt bedeutet

Viele Gefrierschränke lassen sich auf minus 20, minus 22 oder sogar minus 24 Grad einstellen. Das klingt nach mehr Sicherheit, bringt für die Haltbarkeit der meisten Lebensmittel aber kaum einen messbaren Vorteil – die relevanten Prozesse sind bei minus 18 Grad bereits ausreichend verlangsamt.

Was sich dagegen deutlich bemerkbar macht: der Stromverbrauch. Je kälter das Gerät läuft, desto mehr Energie benötigt der Kompressor. Ein paar Grad kälter als nötig können den Jahresverbrauch des Geräts spürbar erhöhen.

Eine Ausnahme gibt es: Wenn man große Mengen frischer Lebensmittel auf einmal einfriert – zum Beispiel nach der Ernte oder beim Vorkochen – empfehlen viele Hersteller, die Temperatur vorübergehend auf minus 24 Grad zu senken. Einige Geräte haben dafür eine eigene „Schnellgefrieren“-Funktion. Nach 24 bis 48 Stunden wieder auf minus 18 Grad zurückstellen.

Was wärmer eingestellt bedeutet

Temperaturen oberhalb von minus 18 Grad – also etwa minus 15 oder minus 12 Grad – entsprechen nicht mehr den Anforderungen an tiefgefrorene Lebensmittel. Manche Hersteller unterscheiden zwischen „Gefrieren“ (minus 18 Grad oder kälter) und „Kühlen/Lagern“ (wärmer), aber für echte Tiefkühlkost gehört die Temperatur nicht in diesen Bereich.

Wer seinen Gefrierschrank versehentlich zu warm eingestellt hat oder feststellt, dass Lebensmittel nicht mehr fest gefroren sind, sollte die Temperatur prüfen – und auch die Türdichtung, da eine undichte Dichtung dazu führen kann, dass das Gerät die eingestellte Temperatur nicht mehr halten kann.

Wie man die Temperatur prüft

Die eingebaute Anzeige vieler moderner Geräte ist in der Regel zuverlässig, aber nicht perfekt kalibriert. Wer sichergehen möchte, legt ein einfaches Gefriergutthermometer in den Innenraum – diese sind günstig und messen die tatsächliche Temperatur im Kern des Gefrierbereichs, nicht nur an der Wand oder der Anzeige.

Der Zusammenhang mit der Vereisung

Ein Punkt, der selten erwähnt wird: Die Temperatureinstellung beeinflusst indirekt auch die Vereisung. Ein Gerät, das deutlich kälter als nötig läuft, hat eine größere Temperaturdifferenz zur Umgebung – das bedeutet mehr Kondensation bei jedem Öffnen der Tür und damit potenziell schnellere Eisbildung. Wer also ohnehin mit häufiger Vereisung kämpft, sollte prüfen, ob das Gerät wirklich auf minus 18 Grad oder deutlich kälter eingestellt ist.

Mehr dazu, was die Vereisung insgesamt begünstigt, steht im Artikel über die Ursachen schneller Vereisung.