Komplett eisfrei wird ein konventioneller Gefrierschrank nie bleiben – das liegt in der Natur der Technologie. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen einem Schrank, der nach einem Jahr eine fingerdicke Eisschicht hat, und einem, bei dem nach zwei Jahren kaum etwas zu sehen ist. Was diesen Unterschied ausmacht, lässt sich größtenteils durch das eigene Verhalten beeinflussen.
Der wichtigste Faktor: die Tür
Jedes Mal, wenn die Gefriergrenze geöffnet wird, strömt warme, feuchte Raumluft hinein. Diese Feuchtigkeit schlägt sich an den kalten Innenwänden als Eis nieder. Das ist unvermeidlich – aber die Häufigkeit und Dauer der Türöffnungen macht einen erheblichen Unterschied.
Wer weiß, was er sucht, bevor er die Tür öffnet, und sie sofort wieder schließt, sobald er es hat, trägt aktiv dazu bei, die Vereisung zu verlangsamen. Klingt banal – ist aber einer der effektivsten Einzelfaktoren.
Kinder, die die Gefriergrenze offen stehen lassen, während sie überlegen, was sie möchten, sind in diesem Zusammenhang eine unterschätzte Eisquelle.
Lebensmittel abkühlen lassen vor dem Einfrieren
Warme oder dampfende Speisereste direkt ins Gefrierfach zu stellen bringt gleich doppelt Feuchtigkeit hinein: durch die Lebensmittel selbst und durch den entstehenden Dampf. Alles erst auf Raumtemperatur abkühlen lassen, bevor es eingefroren wird – das ist eine der einfachsten und wirksamsten Maßnahmen.
Gut verpacken
Unverpackte oder schlecht verpackte Lebensmittel geben kontinuierlich Feuchtigkeit ab – direkt in den Gefrierraum. Offene Behälter, nicht vollständig verschlossene Gefrierbeutel, feuchte Produkte ohne Verpackung: all das beschleunigt die Eisbildung. Ein fest verschlossener Gefrierbeutel mit herausgedrückter Luft ist nicht nur gut für die Haltbarkeit der Lebensmittel, sondern auch für den Eisfreizustand des Schranks.
Türdichtung im Blick behalten
Eine undichte Türdichtung lässt auch bei geschlossener Tür kontinuierlich Feuchtigkeit einströmen. Das ist einer der Hauptgründe, warum manche Geräte deutlich schneller vereisen als andere – und gleichzeitig einer der am häufigsten übersehenen Faktoren.
Den Papiertest gelegentlich wiederholen: Blatt Papier einlegen, Tür schließen, herausziehen. Gleitet es ohne Widerstand, dichtet die Gummidichtung an dieser Stelle nicht mehr richtig. Mehr zur Pflege und zum Austausch steht im Artikel über die Gefrierschrank-Dichtung.
Die Temperatur richtig einstellen
Ein Gerät, das deutlich kälter als minus 18 Grad läuft, ohne dass es dafür einen Grund gibt, verbraucht mehr Energie und läuft häufiger – was wiederum zu mehr Temperaturschwankungen und damit mehr Kondensation führen kann. Minus 18 Grad ist der empfohlene Wert für die meisten Haushaltsgeräte, und dabei zu bleiben ist in der Regel die richtige Einstellung.
Aufstellort beachten
Ein Gefrierschrank in einer warmen, feuchten Küche nahe dem Herd vereist schneller als dasselbe Gerät im kühlen, trockenen Keller. Das lässt sich nicht immer ändern, aber wer die Wahl hat, wählt den kühleren, trockeneren Standort.
Was realistisch möglich ist
All diese Maßnahmen zusammen können das Abtauintervall deutlich verlängern – aber sie können es nicht auf unendlich strecken. Wer alle genannten Punkte konsequent umsetzt, darf realistischerweise damit rechnen, seltener abtauen zu müssen. Wer zusätzlich noch wissen möchte, wie oft das Abtauen bei normaler Nutzung fällig ist, findet die Antwort im Artikel zur Abtauhäufigkeit.
