Gefriertruhe oder Gefrierschrank – welcher Typ macht beim Abtauen mehr Arbeit?

Wer beides kennt – eine Gefriertruhe und einen Gefrierschrank – hat meistens eine klare Meinung dazu, was beim Abtauen mehr Nerven kostet. Aber die Antwort ist nicht so eindeutig, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Es hängt davon ab, wie man „Aufwand“ definiert.

Was beim Gefrierschrank einfacher ist

Ein aufrecht stehender Gefrierschrank hat einen entscheidenden Vorteil: Das Tauwasser fließt nach unten und oft von selbst nach vorne, wo man es mit Handtüchern auffangen kann. Man steht aufrecht, hat Sichtlinie auf alles, was im Inneren passiert, und kommt an die meisten Stellen ohne Verrenkungen heran.

Schubladen und Roste lassen sich leicht herausziehen, die Innenwände sind gut erreichbar, und das Reinigen danach geht flott. Bei einem freistehenden Gefrierschrank mit vier bis fünf Schubladen ist das Abtauen in einer Stunde erledigt – wenn man es gewohnt ist.

Was bei der Gefriertruhe anders ist

Bei der Gefriertruhe fängt der Unterschied schon bei der Körperhaltung an. Man beugt sich über den Rand, um an den Boden und die hinteren Ecken zu kommen. Wer eine tiefe Truhe hat, kennt das Gefühl, fast hineinzufallen, während man mit dem Schaber in der hintersten Ecke kratzt.

Das größere Problem ist das Tauwasser. Es sammelt sich am Boden der Truhe und läuft nirgendwo hin. Man muss es aktiv entfernen – mit Schwamm, Tuch oder, wenn die Truhe einen Ablassstopfen hat, über diesen. Bei einer voll verereisten 200-Liter-Truhe kann sich dabei eine erhebliche Menge Wasser ansammeln.

Hinzu kommt das Volumen. Wer eine große Gefriertruhe hat, steht vor der Frage, wohin das gesamte Tiefkühlgut während des Abtauens kommt. Eine Kühlbox reicht selten – es braucht meistens mehrere Behältnisse oder eine Kombination aus Kühlschrank, Kühltasche und Balkon.

Wie oft jeder Typ abgetaut werden muss

Hier dreht sich das Bild etwas um. Gefriertruhen werden im Schnitt seltener geöffnet als Gefrierschränke – weil sie oft als Vorratsspeicher genutzt werden und nicht täglich im Einsatz sind. Weniger Öffnungen bedeuten weniger einströmende Feuchtigkeit und damit langsamere Vereisung. Wer eine Truhe hat, die wirklich nur zum Lagern genutzt wird, kommt manchmal mit einem Abtauzyklus alle anderthalb bis zwei Jahre aus.

Ein Gefrierschrank, der täglich mehrfach geöffnet wird, kann dagegen schon nach einem Jahr eine ordentliche Eisschicht entwickeln. Mehr Arbeit pro Abtauzyklus – aber dafür seltener.

Was wirklich den Unterschied macht

In der Praxis ist die größte Variable nicht der Gerätetyp, sondern der Nutzungsstil und wie lange man das Abtauen aufschiebt. Ein Gefrierschrank, der jährlich abgetaut wird, ist in einer Stunde fertig. Eine Truhe, die drei Jahre nicht abgetaut wurde, ist ein echter Nachmittagsjob – unabhängig davon, wie gut man sich vorbereitet hat.

Wer gerade vor der Entscheidung steht, welches Gerät er kaufen soll, und das Abtauen dabei als Faktor berücksichtigen möchte: Der Schrank ist im Alltag bequemer zu handhaben, die Truhe verlangt seltener Aufmerksamkeit. Beide haben ihre Berechtigung.

Die jeweiligen Anleitungen stehen separat – für den Gefrierschrank und für die Gefriertruhe.