Gefrierschrank nach dem Abtauen reinigen – so wird er wirklich sauber

Das Abtauen selbst ist erledigt, das Eis weg, das Wasser aufgewischt. Jetzt könnte man einfach wieder einschalten. Viele machen genau das – und verpassen dabei eine der seltenen Gelegenheiten, den Gefrierschrank wirklich von innen sauber zu bekommen.

Solange alles eingefroren ist, kommt man an Ecken, Rillen und den hinteren Bereich kaum heran. Beim Abtauen liegt alles offen. Es wäre schade, diese Chance nicht zu nutzen.

Was man wirklich braucht

Keine speziellen Reinigungsmittel, keine teuren Sprays. Essig und Wasser im Verhältnis 1:1 erledigen die meiste Arbeit – sie lösen Fettflecken und Rückstände, neutralisieren Gerüche und hinterlassen keine Rückstände, die Lebensmittel beeinflussen könnten. Alternativ funktioniert Natron in warmem Wasser aufgelöst genauso gut, ist etwas milder und schonender für Kunststoffoberflächen.

Starke Reinigungsmittel, Scheuermilch oder aggressive Allzweckreiniger gehören nicht in einen Gefrierschrank. Sie hinterlassen Rückstände und können die Kunststoffoberflächen angreifen.

Schubladen und Roste herausnehmen

Was viele überspringen, weil es etwas Zeit kostet: alle herausnehmbaren Teile ausbauen und separat reinigen. Schubladen, Roste, Trennstege – diese Teile sammeln über Monate Rückstände an, die sich hinter und unter ihnen festsetzen. Im eingebauten Zustand kommt man dort nicht richtig hin.

Die Teile mit lauwarmem Wasser und einem Schuss Essig abwaschen, kurz einwirken lassen und trockenwischen. Das geht schnell und macht einen erheblichen Unterschied.

Die Stellen, die immer vergessen werden

Hinter den Schubladen, in den Rillen an den Seitenwänden, in den Ecken unten – dort sammeln sich Rückstände, die man beim schnellen Auswischen nicht trifft. Wer einmal mit einem alten Tuch oder einem Küchenpapier gezielt in diese Bereiche geht, ist oft überrascht, was sich dort angesammelt hat.

Der Abtaukanal oder Ablauf, falls vorhanden, verdient besondere Aufmerksamkeit. Er sitzt meist hinten unten im Gerät und ist schwer zugänglich – genau deshalb wird er selten gereinigt und ist häufig die Ursache für anhaltende Gerüche nach dem Abtauen.

Auch die Innenseite der Tür und die Türdichtung sollten nicht vergessen werden. Die Gummidichtung hat Falten und Rillen, in denen sich Schmutz und Feuchtigkeit festsetzen – dort reinigen, wo man es kaum sieht, macht langfristig einen Unterschied für Geruch und Dichtigkeit.

Trocknen ist wichtiger als man denkt

Nach der Reinigung alles gründlich trockenwischen – Innenwände, Boden, Schubladen, Dichtung. Stehendes Wasser oder Feuchtigkeitsreste beschleunigen die erneute Vereisung nach dem Wiedereinschalten erheblich. Ein paar Minuten mit einem trockenen Tuch nachwischen lohnt sich.

Die Tür für 15 bis 20 Minuten offen lassen, damit auch die Restfeuchtigkeit aus dem Innenraum entweichen kann, bevor das Gerät wieder startet.

Wann man wieder einschalten kann

Wenn alles trocken ist, steht dem Wiedereinschalten nichts im Weg. Stecker rein, Temperatur prüfen – minus 18 Grad ist der übliche Richtwert – und dann erst warten, bevor die Lebensmittel zurückgeräumt werden. Wer sofort wieder einräumt, bringt Wärme ins Gerät und verlängert die Zeit, bis die Betriebstemperatur stabil ist. Mehr dazu im Artikel über das Wiedereinräumen nach dem Abtauen.

Gerüche die trotzdem bleiben

Manchmal hilft auch eine gründliche Reinigung nicht vollständig gegen Gerüche – besonders wenn sich Rückstände tief in die Kunststoffoberfläche eingearbeitet haben. In dem Fall hilft eine Schale mit Kaffeesatz oder Natron, die man für ein bis zwei Tage nach dem Wiedereinschalten ins leere Gerät stellt. Das bindet verbliebene Gerüche effektiv, ohne selbst zu riechen.

Wer nach dem Abtauen trotz Reinigung einen unangenehmen Geruch bemerkt, findet im Artikel über Gerüche nach dem Abtauen weitere Ursachen und Lösungsansätze.