In Foren, auf YouTube und in Haushaltstipps-Sammlungen taucht er immer wieder auf: der Hinweis, Alufolie im Gefrierschrank zu verwenden, um die Vereisung zu reduzieren oder das Abtauen zu erleichtern. Manche schwören darauf, andere halten es für Unsinn. Was ist wirklich dran?
Worum es eigentlich geht
Beim Alufolie-Trick geht es nicht darum, Eis mit Alufolie zu schmelzen oder wegzuzaubern. Die Idee ist eine andere: Die Innenwände des Gefrierfachs – vor allem die Rückwand und die Seitenwände – werden nach dem Abtauen mit Alufolie ausgelegt. Das Eis bildet sich dann nicht mehr direkt auf der Kunststoffwand, sondern auf der Folie. Wenn es Zeit zum Abtauen ist, zieht man die Folie einfach heraus – und nimmt das Eis gleich mit.
Das ist der Kern des Tricks. Und er funktioniert tatsächlich – zumindest in einem bestimmten Sinne.
Was der Trick wirklich kann
Das Abtauen selbst wird mit Alufolie nicht schneller und das Eis bildet sich auch nicht langsamer. Was sich ändert, ist die Handhabung. Wer nach dem Abtauen die Innenwände mit Alufolie auskleidet, kann beim nächsten Mal die Eisschicht komplett mit der Folie entfernen – ohne Schaben, ohne Wasserschüssel, ohne langes Warten auf einzelne Eisplatten.
Das ist ein echter praktischer Vorteil für alle, die das Abtauen als lästige Prozedur empfinden und die Hauptfrustration im mühsamen Ablösen des Eises sehen.
Die Grenzen des Tricks
Wer erwartet, dass Alufolie die Vereisung verhindert oder verlangsamt, wird enttäuscht. Das Eis bildet sich genauso wie zuvor – nur eben auf der Folie statt direkt auf der Wand. Das bedeutet auch: Die Eisschicht kann genauso dick werden, und der Schrank muss genauso oft behandelt werden.
Außerdem muss die Folie sorgfältig angebracht werden. Wenn sie sich an den Rändern löst oder Lücken entstehen, gefriert das Eis dort wieder direkt auf der Wand – und die Vorteile beim Herausziehen sind dahin.
Ein weiterer Punkt: Die Folie sollte nach dem Abtauen erneuert werden. Alte, zerknitterte Alufolie haftet schlechter und lässt sich schwerer sauber herausziehen.
Wie man es richtig macht
Nach dem Abtauen und Reinigen des Gefrierfachs – wenn alles trocken ist und das Gerät noch ausgeschaltet oder gerade wieder eingeschaltet wurde – die Alufolie in passende Streifen schneiden und glatt an die Rückwand und die Seitenwände legen. Die Folie muss nicht befestigt werden; die Kälte sorgt dafür, dass sie anliegend gefriert. Schubladen und Einlegeböden können normal eingesetzt werden.
Beim nächsten Abtauen: Stecker ziehen, kurz warten bis das Eis beginnt sich zu lösen, dann die Folie mit der anhaftenden Eisschicht herausziehen. Danach nachwischen, neue Folie einlegen, fertig.
Praktisch oder Spielerei?
Für jemanden, der ein kleines Gefrierfach hat und das Abtauen bisher vor allem wegen des Schabens als unangenehm empfindet, ist der Trick eine echte Erleichterung. Für jemanden mit einer großen Gefriertruhe, die ein- bis zweimal im Jahr abgetaut wird, ist der organisatorische Aufwand des regelmäßigen Folientauschs möglicherweise nicht weniger als das Schaben selbst.
Wer nach dem Abtauen noch weitere Möglichkeiten sucht, den Schrank dauerhaft pflegeleichter zu halten, findet dazu mehr im Artikel über das Eisfrei-Halten des Gefrierschranks.
